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Chiang Mai

Geschrieben von Michael Zangerle am . Veröffentlicht in Thailand

In Chiang Mai angekommen, am Freitag den 13., nach einem 3stuendigem Flug von Kuala Lumpur, haben wir uns ins Julie’s Guesthouse begeben. Wir hatten den Vortag eine Reservierungs-Email geschickt, doch aufgrund der guten Publicity im Lonely Planet konnte uns kein Zimmer zugesichert werden. Als sind wir auf gut Glueck hingefahren.

Ist ja nicht so, dass in Thailand die Guesthouses nicht direkt nebeneinander liegen. Doch wir hatten Glueck und unsere einzige Bedingung fuer den Trip ist, kein Dorm mit mehrern Leuten und Bad teilen mit wer weiss wie vielen. Na aus dem Alter sind wir einfach schon raus.

Julie’s Guesthouse hatte den Vorteil, dass sich alle Backpacker wie eine kleine Familie vorne im Chill-Outbereich trafen und lange sich austauschten. Gleich am ersten Abend sind wir bis 2 Uhr mit einigen Bierchen versackt und hatten lustige Bekanntschaftgen gemacht.

So lernten wir zwei supi lustige bayrische Maedels kenne – hallo Sandra und Marlene – die einen „BRD-ler Wandermoench“ bei sich sitzen hatten, der ihnen den rechten Weg weisen wollte. Es war herrlich, dem Kerl zu lauschen. Man war der Versuchung erlegen, ihn zu fragen, welche Drogen er sich eingeschmissen hatte. Nun wir lauschten und ich sagte noch zu Micha, da sieht man mal die gute deutsche Erziehung. Die Maedels waren sichtlich genervt, doch keine wagte sich, dem Wandermoench einhalt zu gebieten. Wir mussten uns so konzentrieren, dass wir nicht laus los lachten und ich fragte mich, wie die Maedels das schaffen. Doch sie schafften es. Und darueber kamen wir ins Gespraech und hatten einen tollen Abend zusammen. Nun wie gesagt, 2 Uhr nachts, einige Bierchen reicher huepften wir ins Bettchen.

Dummerweise lag unser Zimmer direkt um die Ecke des Restaurantbereichs und bereits 7:30 Uhr ging es da draussen wieder los. Da wir eh einen Jungletreck gebucht hatten war nichts mit ausschlafen. Schwupps ueber die Strasse und schnell Fruestueck einnehmen, damit man gestaerkt losziehen konnte.

Wir waren eine kleine Gruppe von nur 4 Personen, was natuerlich genial war. Die zwei Mitstreiter waren aus Schweden und schon mehrere Monate unterwegs. Da hatten wir fuer die laengere Autofahrt schon viel Gespraechsthemen.

Zuerst ging es in den Orchideenpark, den wir uns meines Erachtens haetten sparen koennen. Nun Orchideen sind toll, aber 1000 verschiedene Arten anschauen war jetzt nicht so unser Ding. Aber das Ganze ging auch nur 15 Minuten.

Ab dafuer zu den Elefanten. Ein einstuendiger Elefantenritt stand bevor, wobei sich die Dickhaeuter sehr viel Zeit liessen und dabei in der einen Stunde vielleicht 800 Meter war. Kein Witz. Wir mussten so lachen. Dabei hat unser Elefant von uns in den ersten 10 Minuten 1 kg Bananen bekommen. Wir dachten schon „Pimp my elephant“ aber nix da. Der Kamerad ging die Sache ganz gemaechlich an. Wusstet ihr schon, dass Elefanten am Tag 150 kg Gras/Stroh vertilgen? Na da kamen wir doofen Touris mit gerade mal 12 Bananen an, haha. Wir haben mal gefragt, was so ein Elefant kostet. Gerade mal 14.000 Euro.... Na aber die Nebenkosten... Schon allein 150 kg Mampfi ist nicht gerade ohne, haha. Aber Elefanten sind schon sehr imposant und wir kamen uns wie ein Spatz auf diesem riesen Ruecken vor.

Schon hopsten wir wieder in unser Bemo und es ging ab in die Doerfer 3 verschiedener Hilltribes (Bergvoelker). Jedes Bergvolk hat seine eigene Sprache, eigene Tradition, eigene Kleidung und einen eigene Glauben. Viele sind eingewandert von Birma, Laos, Tibet und China ueber die letzten 200 Jahre. Die faszinierendste und erschreckendste war die „Karen Longneck“. Hierbei haben Frauen einen 6 kg schweren Ring um den Hals, der diesen enorm in die Laenge streckt. Diesen Ring nehmen sie nur einmal im Jahr ab. Schlafe kann damit nicht angenehm sein und der Tourismus hat leider diese alte Tradition wieder ins Leben gerufen. Kleine Maedchen mit 5 Jahren fangen bereits an mit kleineren Ringen und Gewichten den Hals zu dehnen und auf diese schwere Last vorzubereiten. Wir waren hin und hergerissen von der Tradition, die durch den Tourismus wieder aufbluehte. Andererseits gab es fuer diese Voelker kaum eine andere Loesung des verdienstes, da der thailaendische Staat ihnen keine Arbeitserlaubnis genehmigt. Ein kleine Spende an die schulische Weiterbildung der Kinder hatte uns zumindest ein wenig unser Gewissen erleichtert.

Danach ging es dann in den Jungle. Eine Stunde Tracking ueber kleine Pfade und durch Fluesse. Dann waren wir an einem kleine Wasserfall. Dort konnten wir uns erfrischen, bevor es wieder zurueck ging. Dann hiess es ab aufs Wasser fuer eine einstuendige Waterrafting-Tour. Und schwupp waren wir schon pitschnass. War spassig und ein paar Stellen hatten es in sich. Am Ende noch 15 Minuten Bamboo-Rafting, wobei wir schon das Gefuehl bekamen, unterzugehen.

Alles in Allem hat es Spass gemacht.

Am Abend sind wir dann auf den Sunday-Market mit unzaehligen Staenden gegangen. Man haette sich ja tot kaufen koennen, was wir natuerlich nur an den Essensstaenden gemacht hatten. Da fanden wir dann auch wieder unsere bayrischen Maedels, mit denen wir dann weiter zogen. Dann ging es noch ins Julie’s fuer ein Abschiedsbier, denn am naechsten morgen hiess es fuer beide Gruppen wieder los. Die Maedels flogen nach Phuket, waehrend wir uns aufmachten nach Sukhothai.

Nach einer 6stuendigen Reise sind wir dann endlich angekommen. Die Stadt an sich ist sehr klein und nicht sehenswert. Aber morgen geht es dann in den historischen Park, wo ueber 90 alte Tempelruinen mit Khmer-Einfluss liegen. Das heisst, Fahrraeder leihen und losradeln, durch Reisfelder, von einer Ruine zur anderen....

Accommodation: Julie Guest House & Travel Agency (http://www.julieguesthouse.com)

Price: US$ 3

Comment: Clean room with own bathroom, nice and busy backpack heaven