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Otavalo Handwerkermarkt und Guayaquil

Geschrieben von Nadine Zangerle am . Veröffentlicht in Ecuador

Da es keinen Direktbus von Mindo nach Otavalo gab, mussten wir den Bus in Cayambe wechseln. Gerade mal 4 Stunden später streiften wir durch die Strassen von Otavalo, auf der Suche nach unserer Jugendherberge. Nachdem wir im Hostal Chasqui einquartiert waren, erkundeten wir den Künstlermarkt und den Plaza de Ponchos. Freitags erschien der Ort sehr ruhig und vermutlich bekamen wir bessere Preise als am überlaufenen Wochenende. 

Otavalo's Samstagmarkt ist in Südamerika legendär und ist die Touristen (auch einheimische Touristen strömen in die Stadt). Ein komplettes Viertel wird für den Verkehr gesperrt und Stand und Stand säumt mehrere Straßen.   

Ein eindeutiges Problem ergab sich, nur das Wesentliche zu kaufen, denn der Transport dieser wunderschönen Güter durfte ja auch nicht außer Acht gelassen werden. Und so stürzten wir uns ins Getümmel und konnten unseren Augen gar nicht glauben, was so wunderschönes zu so günstigen Preisen dargeboten wurde. 

Michael beharrte darauf, zwei Hängestühle samt Holzgestell zu ergattern und ich überlegte schon angespannt, wie wir diese sperrigen Biester zusätzlich zu unseren 3 großen Taschen transportieren können. Aber darüber wollte sich Michael im Vorfeld keinen Kopf zerbrechen und stellte sich schon vor, mit einem Bier im Hängestuhl die Beine baumeln zu lassen. 

Also verschob ich meine Planung hinsichtlich Gepäck und Flieger auf Guayaquil und stöberte weiter. 

Nachdem wir unserem Reisegepäck noch das ein oder andere Kilo hinzufügten, verließen wir Otavalo um 8:30 Uhr, in der Hoffnung, Guayaquil gegen 19 Uhr zu erreichen. Aber in Quito war der Busterminal hoffnungslos überfüllt, sodass wir 4 Stunden auf den nächstmöglichen Bus warten mussten. Als wir dann endlich um 23:30 Uhr in Guayaquil ankamen, sprangen wir in ein Taxi und kamen erschöpft in unserer Jugendherberge an. 

Gut, dass wir das Zimmer bereits reserviert hatten und ich das Hostel bereits telefonisch von unserer Verspätung mitgeteilt hatte, da es in dem Ort nicht so viele Jugendherbergen in der Nähe des Busterminals bzw. Flughafens gab. Und so sanken wir müde und erschöpft ins Bett und schlummerten ein wenig nervös, bereits in Gedanken bei unserer Rückkehr nach Deutschland. 

Wir sind gespannt, was das neue Jahr so für uns bereit hält! 

Unterkunft – Otavalo: Hostal ChasquiPiedrahita 141 

Preis: US $ 12 pro PersonDoppelzimmereigenes BadWifi, Küche  

Kommentar: Gelegen in einer sehr ruhigen Gegend mit atemberaubender Sicht von der  
                           Dachterasse. 

Unterkunft – GuayaquilDreamkapture Inn, Juan Sixto Bernal, Etapa 12, mz 2 villa 21  

Preis: US $ 28,50  Doppelzimmereigenes BadWifi, inkl. Frühstück, Küche  

Kommentar: in der Nähe des Busbahnhofs und des Flughafens. Gut organisiert, sehr sauber und                             schöne Zimmer. Nach unserer langen Reise durch Zentral- und Südamerika war es  
                            für uns etwas ungewöhnlich, dass man nach 17 Uhr noch US $ 3 pro Person  
                           bezahlen musste. Bisher konntn wir überall egal wie lange unser Gepäck  
                           einschliessen und kurz vor unserer Abreise abholen. Gerade hier fahren Busse oft  
                           sehr spät. 

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Quito & Mindo

Geschrieben von Nadine Zangerle am . Veröffentlicht in Ecuador

Und so kamen wir ganz entspannt in Quito an, nachdem wir in Guayaquil noch einen Flieger gewechselt hatten. Leider verpassten wir den letzten Bus nach Mindo und so folgten wir unseren zwei Finnen Leena und Kimo, die wir auf der Humboldt Explorer (Galapagos) kennengelernt hatten. Zum Glück hatte die Gastfamilie Ana Maria und Francesco noch ein Zimmer frei und bekamen noch ein weihnachtliches Gefühl mit dem Tannenbaum und der Krippe im Indianerstil.

Am nächsten Morgen gingen wir mit Leena und Kimo auf Sightseeingtour. Da sie bereits in Quito waren, konnten sie uns so einige Ecken und Plätze zeigen. War auch mal schön, einfach mal ohne Lesen und Recherchieren eine Stadt anzusehen. Ein halber Tag in einer Großstadt reichte uns jedoch und am Nachmittag hieß es für uns, weiterziehen.

Nachdem wir ausgecheckt hatten, nahmen wir den Metropolitana Bus quer durch die Stadt zum Nordterminal. Da der Direktbus nach Mindo erst in zwei Stunden fahren sollte, verließen wir uns auf den Vorschlag der Einheimischen und nahmen einen früheren Bus. Der sollte uns an einer Abzweigung 5km vor Mindo rauslassen.

Und es klappte auch. Wir warteten mit zwei Frauen und einem Kind am Straßenrand und es dauerte nicht lang, als schon ein klappriges Auto neben uns hielt und wir uns alle in das rostige Gefährt quetschten.

Da wir in Mindo ruhige Weihnachten feiern wollten, suchten wir nach einer besonderen Unterkunft. Und mit der Cabañas Armonía y Jardín de Orquídeas fanden wir diese auch. Mitten im Orchideengarten, umgeben von hohen Bäumen, sausten uns die Kolibris um die Ohren. Was für ein magischer Ort.

Nachdem wir auf Galapagos immer um 6 Uhr aufgestanden waren, war unser Rhythmus auf superfrüh eingespielt. Und so standen wir langsam auf, machten ein paar Übungen und verirrten uns dann auch schon wieder in die Hängematte. Entspannen und Lesen war ganz hoch auf unserem Erholungsplan.

Aber Mindo wollte auch ein wenig erkundet werden und so zogen wir los, um den Dschungel und die bunten Vögel zu entdecken. Im Schmetterlingspark liefen wir Lance und Allison über den Weg. Die beiden Kanadier waren ebenfalls mit uns auf der Humboldt Explorer (Galapagos). Stunden verbrachten wir in dem Park, um die bunten Falter auf die Linse zu bekommen. Ein kleiner Streuner, den wir liebevoll Tramp getauft hatten, wartete geduldig vor dem Tor und tapste mit uns wieder zurück zum Dorf.

Dort verabschiedete er uns in weiser Voraussicht, denn das Revier in dem Ort war hart umkämpft. Am Abend genossen wir einen leckeren Fisch auf dem Straßenmarkt und genossen den ruhigen Ort. Um die bunte Vogelvielfalt in Mindo zu sehen, macht man am besten eine Vogeltour am frühen Morgen (so gegen 4:30 Uhr) mit. Da wir einfach nur entspannen wollten, begnügten wir uns stundenlang mit den kleinen, flinken Kolibris und gönnten uns eine Nachtruhe zumindest bis 6 Uhr. Aber für Vogelfreunde ist Mindo definitiv ein Muss.

Unterkunft – Quito: Home Stay Ana Maria Ziritt, Juan Rodriguez 118 y 6 de Diciembre, La  
                         Mariscal, 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  (via Airbnb)

Preis: US $ 35 pro Doppelzimmer, geteiltes Bad, Wifi, Küche, inkl. Frühstück

Kommentar: Mit Ana und Francesco fühlt es sich gleich an, wie Zuhause, vor allem mit dem 
                         Weihnachtsschmuck.

Unterkunft – Mindo: Cabañas Armonía y Jardín de Orquídeas, Sixto Duran Vallen y 
                                        Lluvia de Oro, Casa 2, Manzana 49

Preis: US $ 34 pro Cabaña, eigenes Bad, wifi, inkl. Frühstück und Wasser nachfüllen

Kommentar: super schön angelegter Orchideengarten. Die Kolibris schwirren einem beim 
                         Frühstück um den Kopf.  


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Galapagos Unterwasser mit der Humboldt Explorer

Geschrieben von Nadine Zangerle am . Veröffentlicht in Ecuador

Und wie kam es nun, dass wir uns plötzlich auf der Humboldt Explorer befanden, einer Tauchsafari mit Destination Darwin und Wolf Inseln? Nun, lasst mich berichten!

Zu allererst, für alle Nicht-Taucher: die beiden Galapagos Inseln Darwin und Wolf - 350 km entfernt von den Hauptinseln - gelten seit Jahren als die Nummer Eins Tauchspots der Welt. Dieser ewige Traum wurde von uns bisher aufgrund der Distanz und des Preises auf die weit-entfernte Zukunft verschoben.

Nun standen wir mit unserem Tauchguide Xavier in der Tauchbasis und schauten uns die Bilder von unseren zwei fantastischen Tauchgängen an. Hammerhaie, Adlerrochen und mindestens 50 Weißspitzenriffhaie zirkelten um uns, als plötzlich eine Frau den bereits geschlossenen Laden betrat.

Wir waren uns in dem überschaubaren Ort Puerto Ayora bereits über den Weg gelaufen. Jennifer ist PADI Course Director und organisiert u.a. die Tauchsafari Humboldt Explorer. Aufgeregt suchte sie noch kurzfristig zwei erfahrene Taucher, die so spontan sind und innerhalb von 10 Stunden die Humboldt borden. Xavier und Jennifer fixierten uns direkt und wir glaubten kaum, was da passierte.

Die Tauchsafari zu den bekannten Inseln ist bis November 2017 ausgebucht und die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Leute am Tag des Trips absagen, ist als würde die Eifel sich in einen Gletscher verwandeln. Über ein Eis und längeren Kostenkalkulationen entschieden wir uns für die Safari. Wie nah würden wir an so eine Gelegenheit noch einmal rankommen? Wir waren gerade auf Galapagos, hatten Flug und Eintritt bereits bezahlt, da konnten uns ein paar Extranullen nicht mehr abschrecken. Also ab, Sachen packen.

Auch hier ergab sich wieder das Problem der Barzahlung, doch mit Unterstützung von Jennifer lief alles glatt. Am nächsten Tag holte uns die Humboldt an der Fähre der Baltra Insel ab und wir wurden von einer multikulturellen Gruppe von Tauchern freundlich begrüßt.

16 Taucher auf einem 32 Meter langen Luxusschiff steuerten gen Darwin und Wolf und wir waren dabei. Alle waren über den Ausflug begeistert und wenn wir gewusst hätten, was uns dort erwartete, wir hätten unsere Aufregung gar nicht im Zaun halten können.

In sechs Tagen und 17 Tauchgängen ging es darum, die Wunder der Unterwasserwelt von Galapagos zu erkunden und erkunden taten wir diese. Wir fühlten uns wie Charles Darwin und Jacques Cousteau mit dem Abstieg in eine andere Welt.

 Danke an Konstantine von www.tech-diving.ru und Philipp. Dank euch können wir jetzt schon Bilder zeigen. Unsere eigenen Videos folgen in Kürze...

Michael und ich schlossen uns der Gruppe "Orcas" an, welche sich aus vier Deutschen, zwei Finnen und zwei Russen zusammensetzten. Die amerikanisch geprägte Gruppe "Sharks" bestand aus sechs New Yorkern und zwei Kanadiern. Die beiden Inseln unterstehen strengsten Auflagen und nur 18 Taucher pro Tag dürfen hier abtauchen. Aufgrund der starken Strömung und des hohen Wellengangs können nur erfahrene Taucher diesen Trip machen.

Zwischen den Tauchgängen konnten wir zum Aufwärmen immer wieder in den Jacuzzi springen. Dabei wurden wir neugierig von unseren neuen gefiederten Freunden beäugt. Junge Rotfußtölpel belagerten unser Boot und machten das Deck zu einem Mienenfeld ihrer Darmausscheidungen. Die beiden Inseln waren voll mit Vögeln.

Die Tauchgänge waren einfach nur spektakulär und neben großen Schulen von Hammerhaien (zweimal hatten wir über 150 dieser fantastischen Lebewesen auf einem Fleck) sahen wir Adlerrochen, Galapagos Haie, Weißspitzenriffhaie, Seidenhaie, Manta Rochen, spielende Seelöwen (einer wollte doch tatsächlich meine Flossen), Delphine, eine riesen Schule Gelbflossenthunfische und Makrelen und fühlten uns wie in einer anderen Welt.

Leichtsinnig hatten wir der Tauchbasis Maccaron’s versprochen, bei der Galapagos Haizählung mitzumachen. Konnten wir ahnen, dass wir in den 17 Tauchgängen über 800 Haie sehen würden?

Aber mein persönliches Highlight waren die beiden Walhaie. Wir leerten unsere Jackets für einen negativen Einstieg und ließen uns rückwärts vom Schlauchboot fallen. Um durch die hohen Wellen und starke Strömung nicht zu weit von unserem Tauchplatz getrieben zu werden, war dies der klassische Einstieg. Für den Fall einer Trennung von der Gruppe hatte jeder Taucher ein GME Personen-Notsender mit GPS am Tauchjacket.

Ich hielt mich ein wenig hinter meiner Gruppe und wollte mich nochmals nach dem Boot an der Oberfläche umsehen, als ein riesiges Objekt auf mich zukam. Ich dachte nur, na unser Boot mit den beiden Seitenflossen sieht ja seltsam von unten aus bis mein Gehirn registrierte, was da auf mich zu schwamm.

Ich schrie in meinen Lungenautomaten, teils vor Freude, teils um die Aufmerksamkeit meiner Gruppe zu bekommen. Leider hörten meine euphorischen Rufe nur Michael und Philipp und gemeinsam bewunderten wir den Riesen, der so entspannt an uns vorbei zog.

Während des Tauchgangs konnten wir gar nicht mehr aufhören, an diese wunderschöne Begegnung zu denken und als wir ins Blau raustauchten, träumten wir noch vor uns hin. Voller Freude beobachteten wir die große Schule von Hammerhaien vor uns als von rechts plötzlich ein weiterer riesen Schatten materialisierte.

Kann man so viel Glück haben und zwei Walhaie in einem Tauchgang sehen, noch dazu außerhalb der Walhai-Saison? Und dieses Weibchen war nicht nur größer als der Vorgänger sondern auch noch trächtig. Mit geschätzten 14m schien ein Bus an uns vorbei zu schwimmen.

Es war unfassbar und jeder versuchte mit dem Riesen mitzuhalten. Doch dieses Unterfangen endete in rasend schnellem Luftverbrauch, zumal wir uns auf 26m befanden und sich die körperliche Anstrengung für uns so anfühlte, als würden wir durch einen Strohhalm atmen während wir einen Marathon rennen. Am Ende des Tauchgangs hingen nur noch Michael und ich mit einem Tauchguide für weitere 10 Minuten auf dem Sicherheitsstopp, um Delphine zu beobachten, während die anderen Taucher vom Boot aus die Sprünge der Tiere sahen.

Nach 6 Tagen, 17 Tauchgängen und unendlich viel Meerestiere kehrten 16 überglückliche Taucher zur Baltra Insel zurück. Diese Tauchsafari war ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis!

Da wir nur Videos gedreht haben, danken wir nochmals Philipp und Constantine für ihre tollen Unterwasserfotos, die wir netterweise auf unserer Website veröffentlichen dürfen. Aber Fotos und Videos können dieses Wunder der Welt gar nicht richtig wiedergeben. Also Taucher, überzeugt euch selbst!

Anbieter: HUMBOLDT EXPLORER, www.explorerventures.com

Preis: Website gibt dir den aktuellen Preis – 8 Tage, 7 Nächte, 17 Tauchgänge, Tauchequipment
              und Nitrox ist nicht inkludiert (wir trafen erst am zweiten Tag dazu)

Kommentar: Ein unvergesslicher Trip mit 809 Haien, 2 Walhaien, unglaublicher
                    Unterwasserwelt, einer fantastischen Crew. Unser Team und das Essen waren
                    genial, alles hat gestimmt. Vielen Dank nochmal an Jennifer Cumming für all die
                    Hilfe. Ohne Sie hätten wir diesen Trip nie gemacht!

Tauchbasis: Maccaron's Scuba Diver Agency S.A., Ave Charles Darwin

Preis: 2 Tauchgänge pro Tag, inkl. Equipment und Snack

Kommentar: sehr professionelles Tauchzentrum mit viel Knowhow und gutem Equipment.
                    Danke Xavier, dass du uns von der Tauchsafari zu Darwin und Wolf überredet
                    hast!